Frankreich: Amir – J’ai cherché

Frankreich probiert es mit Englisch beim Eurovision Song Contest. Ja, richtig, die Franzosen haben einen englischen Popsong am Start. Eine kleine Revolution, aber damit kennen sich die Franzosen ja aus.

M: Nazim Khaled, Amir Haddad, Johan Errami
T: Nazim Khaled, Amir Haddad

Laurent Amir Khlifa Khedider Haddad wurde 1984 in Paris geboren. Er wuchs in Sarcelles nördlich von Paris auf und ist jüdischer Herkunft. Während seiner Kindheit zog die Familie nach Israel, wo seine musikalische Karriere 2008 mit der Teilnahme an der Castingshow Kochav Nolad begann. Zurück in Frankreich gelang ihm durch seinen dritten Platz bei, wie sollte es auch anders sein, The Voice 2014. Am 29. Februar 2016 gab der französische Sender France 2 bekannt, dass er senderintern aus den Einsendungen einer öffentlichen Ausschreibung ausgewählt worden sei, beim ESC 2016 mit dem Lied J’ai cherché anzutreten.

Frankreich ist als Mitglied der Big 5 bereits für das Finale gesetzt. Daher geben Daniela und Christoph nur an, ob der Song es in die erste Hälfte des Scoreboards (Plätze 1 – 13) oder es in die zweite Hälfte schafft.

Daniela

Der Titelbeginn in Landessprache, mehr gesprochen als gesungen. Die ersten Takte gefallen mir. Der Takt peitscht den Sänger fröhlich durch die Strophe, und dann das für Frankreich fast unfassbare: Der Refrain wird auf englisch gesungen. Was beim italienischen Beitrag eher merkwürdig und deplaziert anmutet, passt in der französisch-englischen Variante erstaunlich gut. Musikalisch passiert durch wohlgesetzte Klavieranschläge, wechselnde Beats und Gitarren immer wieder etwas anderes, es wird fast nicht langweilig. Musikalisch nicht der ganz große ESC-Wurf, aber ganz subjektiv schon der dritte von vier Songs, den ich mir auf eine Spotifyplaylist setzen würde. DAs Musikvideo zeigt einen leicht verstrubbelten Mann um die Dreißig, der ein wenig Ähnlichkeit mit Steffen Hennssler aufweist und erzählt in Bildern die Geschichte eines dünnen, nordafrikanisch aussehenden Jungen, der im Laufe der Geschichte seine Leidenschaft für das Ballet entdeckt und auslebt, während eine junge Frau sich im Kampfsport profilieren kann. Sehr inspirierend.
Erste Hälfte

Christoph

Ähnlich wie Großbritannien hat Frankreich seit Jahren ein ESC Problem. Immer mal wieder tauchen sehr gute Songs auf, aber der ganz große Erfolg bleibt den Franzosen verwehrt. Und jetzt kommt die Revolution im Land der Revolution: Amir singt auf Englisch. Und das tut dem Song sehr gut. Leider ist er etwas lahm. Dudelfunkpop, beliebiger Beat, eine 08/15 Stimme, die wir in allen Songs, die wir zur Zeit so im Radio rauf und runter gespielt bekommen, gehört haben.
Trotzdem, auch für Frankreich ist es ein Schritt in die richtige Song. Es muss nicht Chanson aus Frankreich sein. Es geht auch moderner Pop und das zeigt dieser Beitrag.
Außerdem das zweitbeste Video
Erste Hälfte

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