Ungarn: Joci Pápai – Origo

Für Ungarn tritt Joci Pápai mit dem Song Origo beim Eurovision Song Contest 2017 an. Er wird in der ersten Hälfte des zweiten Halbfinales am 11. Mai 2017 auftreten.

Joci Pápai – Origo (M/T: József Pápai)

Über Joci Pápai

Unserer Meinung nach darf der ESC ruhig politisch sein – so wie er es im Fall des ungarischen Beitrags ist. Denn Joci Pápai ist nicht einfach nur Ungar, sondern gehört auch der Volksgruppe der Roma an, die aktuell unter Orban in Ungarn einen wirklich schweren Stand haben. Joci wurde 1981 in Ungarn geboren, sein Vater leitet ein Gipsy-Orchester, so war er ständig im Umfeld von Musikern unterwegs. Natürlich hatte er auch schon mit vier Jahren die Gitarre in der Hand. Ansonsten kommt hier der klassische Weg der aktuellen ESC-Kandidaten: regelmäßige Castingshowteilnahmen, einige Singles in den Charts und eine erste Bewerbung im nationalen Vorentscheid, die nicht funktioniert hat. Aber beim zweiten Versuch hat man ihn mit großer Mehrheit gewählt.

Christoph

Oh, kein englischer Gesang. Wir werden von einem männlichen Sänger im Song empfangen, nach und nach kommen Sounds hinzu mit einer E-Gitarre. Nach dem Intro kommen Ethnobeats, eine ganz reduzierte Melodie und ein ganz minimalistische Arrangement, die aber den Hörer fesselt. Ein gerapptes Intermezzo zum Finale des Song sorgt dafür, dass der Minimalismus nicht langweilig wird, auch wenn die Rapeinlage etwas lang wird. Der Song endet mit wiederholten Refrains.

Solide gesungen, das Video deutet auf eine großartige Performance hin, die bestimmt überzeugen kann. Er muss auf jeden Fall die Tänzerin mit nehmen 😉
Finale

Daniela

Wie es scheint, wird der Song in Landessprache gesungen. Oder ist es nur der Ruf des Muezzins? Ich bin unschlüssig und die ersten 30 Sekunden steht der Sänger allein auf weiter Flur, sich wiederholend. Dann jedoch setzt eine Streicherin ein, es gibt einen leichten Ethnoanstrich und Beat. Jedoch erwartete ich eine Steigerung im Refrain – und wurde enttäuscht. Oder war da überhaupt ein Refrain? Plötzlich setzt der Sänger zu ungarischem Sprechgesang an. Der Refrain ist scheinbar der Teil, in dem ich nicht weiß, ob er spricht, oder nur Laute aneinanderreiht (Stichwort: WAddehaddedudeda). Der Song endet irgendwie abrupt und hinterlässt einen ratlosen Zuschauer.
50/50

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