Es hat viel zu lange gedauert, aber hier ist unsere Abschlussepisode zum Eurovision Song Contest 2025 in Basel. Darum ist auch der Coldopen ein bisschen lang geworden, weil sich Daniela und Christoph ebenfalls super lange nicht gesehen haben. Aber jetzt gehts wieder los und wir bringen uns alle mal auf den neuesten Stand.
Rückblick auf den ESC 2025
Die Halbfinale haben die Ukraine im ersten und im zweiten Israel gewonnen. Bemerkenswert für das erste Halbfinale ist vielleicht, dass Gabry Ponte mit Tutta l’italia für San Marino ganz knapp ins Finale gerutscht ist, nur 2 Punkte vor Thea Evan mit Shh aus Zypern. Erwartungsgemäß ist Aserbaidschan mit Mamagama Run with U letzter im ersten Halbfinale und die beiden Knaller-Beiträge aus Belgien und Kroatien sind ebenfalls liegen geblieben aber von den Punkten her gar nicht so weit auseinander.
Im zweiten Halbfinale ist ja Australien auf dem 11. Platz gelandet, aber schon mit etwas Abstand zum zehnten Platz von Armenien. Platz 13, 14 und 15, Irland, Serbien und Georgien, haben jeweils 28 Punkte bekommen. Deutschland hat im zweiten Halbfinale 12 Punkte an Israel, 10 an Griechenland (das war ich), 8 an Lettland, 7 an Litauen, 6 an Finnland, fünf an Österreich, vier an Dänemark, drei an Luxemburg, zwei an Australien und einen Punkt an Serbien.
Im Finale hat Österreich die Jurys absolut dominiert. Acht mal 12 Punkte, nur aus Aserbeidschan, San Marino, Italien, der Tschechischen Republik und Georgien gab es von den Jurys keine Punkte. Bei Televoting gab es zwar keine 12 Punkte, dafür aber aus jedem Land außer Schweden, Luxemburg, dem Vereinigten Königreich und Estland, mindestens einen Punkt. Deutschland dagegen hat nur von 14 Jurys und von den Zuschauenden aus 21 Ländern Punkte bekommen. Es bestätigt sich also wieder, dass ein Siegerbeitrag sowohl von der Jury als auch vom Publikum Punkte bekommen muss. Und auch noch mal zur Erinnerung, jeder Beitrag, der nicht in die Top 10 der jeweiligen Bewertungen gelangt, geht leer aus.
Einschaltquoten
Dieses Jahr hat der ESC zugelegt. Das Finale konnte gut 10% mehr Zuschauenden erreichen, nämlich 46,8 zu 36,8 in 2024. Über die letzten 24 Jahre gesehen, ist das deutlich über Schnitt, nur die Lena Jahre und etwas 2004 stehen heraus.
https://www.eurovision.de/news/ESC-Finale-Einschaltquoten-im-Vergleich,zuschauer224.html
https://youtu.be/goGHztOtPf4?si=RUFO18VTQ_7sQ_VJ
Auf gehts nach Wien
Kalender gezückt: Der ESC 2026 findet am 12., 14. und am 16 Mai statt. Wir sehen uns genau elf Jahre nach dem letzten ESC in Österreich in Wien wieder. Und noch eine kleine Rückblick auf diese Zeit, nach dem ESC in Wien kündigte der NDR an, dass man einen gewissen Xavier Naidoo für Deutschland zum ESC nach Stockholm schicken wolle, was quasi der letzte Motivationsschub für uns war einen ESC Podcast zu machen …
Wie auch immer, es geht auch dieses Mal in die Stadthalle, die eine maximale Kapazität von 16.000 Personen hat. Natürlich werden den ESC keine 16.000 Menschen in der Halle erleben, die Bühne, der Greenroom und die Technik werden etwas Platz brauchen.
Die Stadt Wien hat 22,6 Millionen Euro für den ESC eingeplant, etwa fünf Millionen mehr als vor elf Jahren.
https://www.eurovision.de/news/eurovision-song-contest-2026-am-16-mai-in-wien,wien-234.html
Wer ist denn dabei
Bisher haben 22 Länder fest zugesagt beim ESC 2026 teilzunehmen. Von den Big Five bisher nur Deutschland, Spanien und das Vereinigte Königreich.
Dänemark und Lettland wollen ihr Vorentscheidungsfinale jeweils am 14. Februar stattfinden lassen, Luxemburg am 26. Januar und Finnland am 28. Februar.
Vorentscheidungen in Albanien, Griechenland, Malta, Norwegen, Sweven, der Ukraine, Spanien UND Österreich sind bereits angekündigt. Was so ein ESC Sieg dann doch verändern kann.
Italien hat noch nicht offiziell zugesagt. Unabhängig davon ist natürlich das Sanremo Festival, dass vom 2. bis 26. Februar stattfindet.
Im Hintergrund jedoch finden wohl von diversen Delegationen, ausgesprochen hat dies nur Island, noch Verhandlungen und Gespräche mit der EBU über die Teilnahme Israels statt. Hier wird der Herbst die entscheidende Zeit sein, was bei diesen Gesprächen als Ergebnis herauskommt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Eurovision_Song_Contest_2026
Hej då Martin, hello Martin
Es war irgendwie abzusehen und so richtig tragbar war Martin Österdahl als Executive Supervisor für den ESC auch nicht mehr. Sein Rücktritt war also der richtige Schritt, eventuell vier Jahr zu spät. Ich bin mit Herrn Österdahl in Sachen ESC nie warm geworden. Er bürstete mich immer und an jeder Stelle, die er beim ESC anpackte, gegen den Strich.
Das Zitat, das er zu seinem Abschied hat veröffentlichen lassen, er habe den ESC zu einer globalen “Supermarke” entwickelt, ist genauso ein Bürstenstrich. Einen Scheiß hat er. Im Gegenteil, es gibt genügend Situationen, die er als Executive Supervisor zu verantworten hatte, die dem Ruf des ESC eher geschadet haben. Nie fand er die richtigen Worte, nie waren seine Aktionen befriedigend. In seine Amtszeit fällt auch, dass vielen Medien und Enthusiasten der Zugang verwehrt oder zumindest erschwert wurde und hat kommerziellen Plattformen Tür und Tor geöffnet, die nicht nur in Sachen Datenschutz und Jugendschutz fragwürdig sind.
Für Martin übernimmt, zumindest kommissarisch, Martin. Martin Green wurde letztes Jahr als Direktor für den ESC eingesetzt und seien wir ehrlich, Martin Österdahl vor die Nase gesetzt. Nahezu die gesamte Kommunikation dieses Jahr hat Martin Green übernommen und scheute in Pressekonferenzen auch die fiesen Fragen nicht zu beantworten, mit einer klaren Linie, auch wenn es evtl. nicht das war, was die Fragenden hören wollten. Vielleicht wird ja auch der Supervisor eingestampft und dafür der Direktor übernommen.
https://eurovision.tv/mediacentre/release/martin-green-eurovision-director
Neues Design für den ESC
Bevor die Visuals für den ESC 2026 vorgestellt werden, stand dieses Jahr ein neuer Look für den ESC selbst ins Haus. Es gibt eine neue Schriftart und ein neues Herz. Die Form ist zwar gleich geblieben, es ist also immer noch asymmetrisch und rechts etwas höher als links, aber es ist jetzt dreidemensional nach innen mit vielen Stufen versehen worden und ist mit einem Farbverlauf von blau, nach violett zu rot und pink gefüllt. Später soll es Stimmungen und Länder farblich und in der dreidimensionalen Form darstellen. Der neue Font ist rund, hat hier und da ein paar Schnörkel und ist insgesamt fetter. Die Wortmarke “Eurovision Song Contest” hat ebenfalls eine neue Schriftart bekommen, noch runder, eher wie eine Schreibschrift. Zentral bleibt aber auch hier das Herz anstelle des V von Vision. Hier ist das Herz zwar fetter als im alten Schriftzug, aber von der Form her unverändert.
Anlass war das 70jährige Jubiläum des Wettbewerbs und dass seit 2004 und einem sanften Refresh 2014 nichts am Logo und am Erscheinungsbilds des ESC getan wurde.
https://eurovision.tv/story/eurovision-song-contest-new-look
https://youtu.be/T_uaAkfZpaE?si=688vFxfurss43E7P
Am 1. September gehts wieder los
Etwas Regelkunde darf nicht fehlen und der Anlass ist der 1. September. Dieses Datum markiert Neujahr im ESC Kalender. Jeder Beitrag, der nach diesem Tag veröffentlicht wird, darf am ESC 2026 teilnehmen.
Die Schweiz zum Beispiel hat ihre Sammelphase schon abgeschlossen und geht jetzt in die Findungsphase. In der Schweiz wird der Song ja intern entschieden, was aber nicht heißt, dass es dort nicht einen ausgeklügelten Auswahlprozess gibt. Es gibt zwei Publikumsjurys, eine schweizer und eine internationale Jury, die in mehreren Stufen sich für einen Beitrag entscheiden. Dazu kommt noch eine internationale Fachjury, die schon mal in einem ESC Jury Kontext tätig waren.
Michael Schulte bei Night of the Proms
Wir beide sind ja große Night of the Proms Fans, nicht alleine, aber zumindest bei mir zum großen Teil wegen John Miles und “Music”. Leider ist John Miles viel zu früh von uns gegangen, aber ich denke, es gibt einen tollen neuen Künstler im diesjährigen Lineup, denn Michael Schulte ist dieses Jahr bei Night of the Proms dabei. Ich denke, seine tolle Stimme wird durch das Orchester in ganz neue Höhen gebracht.
Wer Night of the Proms nicht kennt, entstanden ist die Idee bei zwei belgischen Studenten 1984. Die haben sich die Abschluss Show der BBC Proms, eine Sommerfestival für klassische Musik, Last Night of the Proms, angesehen. Die findet in der Royal Albert Hall statt, wird auf vielen LED-Wänden im ganzen Vereinigten Königreich gezeigt, bei dem man sich lustig verkleidet und neuerdings nicht nur den Unionjack sondern seit 2016 auch zunehmend die EU-Flagge schwenkt. Aber das ist ein reines klassisches Konzert und die beiden Jungs aus Belgien sagten sich, warum nicht ein klassisches Orchester mit Popstars verknuppern. Und dort treten nicht nur Wald und Wiesen Popmusiker*innen auf, sondern Headliner wie Sting, Cliff Richard, Simply Red, Amy Macdonald, Zucchero, Mel C, Toto und und und.
Dieses Jahr ist der Headliner Alice Cooper. Außerdem sind neben Michael Schulte, Joss Stone, Midge Ure, Safri Duo und Vanessa Amorosi dabei.
Los geht es am 28.11 in Mannheim, dann unter anderen Städten Dortmund, Frankfurt, Hamburg, München und zum Schluss Köln. So wie es aussieht ist für diese Veranstaltung dynamic Pricing bei Eventim aktiviert, so dass die Preise sehr schwanken, aber in Bremen kommt man zum Beispiel noch für ca 54 Euro rein, genauso in Stuttgart und Köln.
https://www.eventim.de/artist/night-of-the-proms/?affiliate=GMD