Diese Episode war lange geplant und alles was wir besprechen wollten, hat sich bis zum Zeitpunkt der Aufnahme erledigt. Zum Glück sind wir in der Eurovision Song Contest Hochsaison. Es gibt also genug zu besprechen.
Der Deutsche Vorentscheid
Mit der besten TV-Quote seit 2002 übernimmt der SWR die deutsche ESC Auswahl. Viel hatte sich ja nicht verändert, Barbara Schöneberger moderierte, dieses Mal war aber Hazel Brugger mit dabei. Ich muss sagen, Hazel hat mir sehr gut als Moderatorin gefallen. Auch hatte die Show ein bisschen mehr Drive, hier wurden die ständigen Unterbrechungen nach den Beiträgen durch die “Saal-Kommentatoren” vermieden, Umbaupausen wurden durch geschickte Pausen mit Einspielern und Greenroomschalten verlängert. Ja, die sind überwiegend cheesy, ich muss das auch nicht haben, aber einen Tod müssen wir bei einem deutschen Vorentscheid sterben.
Sarah Engels gewinnt den deutschen Vorentscheid
Die internationale Jury hatte wavvyboi mit “Black glitter”, Molly Sue, aus Laboe, und Sarah Engels ins Superfinale gewählt. Für mich, alleine für die Gesangsqualität hätten es auch Dreamboy The Band verdient gehabt und wegen der Show meinetwegen auch Ragazzki, die war nämlich ziemlich gut.
Das dann alles entscheidende Televoting war dann auch eine enge Kiste, was zeigt, dass alle drei Beiträge es verdient gehabt hätten, das Ticket nach Wien zu gewinnen. Molly Sue konnte 27,55%, wavvyboi 34,15% der Stimmen auf sich vereinen und nur knapp 4% mehr wählten Sarah Engels. Ich kann also in das geraune um den Berühmtheitsvorteil von Sarah nicht einstimmen, wenn es ihn gab, waren es nur wenige Prozent. Im Gegenteil, ich finde es super, dass hier sowohl Nachwuchsstars, etablierte Künstler*innen und unbekanntere Musikern eine Chance gegeben wird, sich auf einer Bühne zu messen um Deutschland beim ESC zu vertreten.
Sarah Engels – Fire
https://youtu.be/Olm4M5HTlLk?si=vEn7OGWPV7c5LX20
M: Valentin Boes, Dario Schürmann, Raphael Lott, Luisa Heinemann
T: Sarah Engels, Valentin Boes, Dario Schürmann, Raphael Lott, Luisa Heinemann
Thorsten Schorn darf wieder kommentieren
Zum dritten Mal darf Thorsten Schorn den ESC kommentieren. Auch nach dem Senderwechsel und, mit verlaub, unterirdischen Leistung beim letzten ESC wird er sowohl die Halbfinale als auch das große Finale aus dem Off begleiten. Mal sehen wie er sich dann dieses Mal schlägt.
https://eurovoix.com/2026/02/09/germany-thorsten-schorn-to-commentate-on-eurovision-2026/
Punkte aus Karlsruhe
Es wird einen neuen Ort der Verkündung der deutschen Jurypunkte geben. Mit dem Senderwechsel wechselt auch dieses Detail. Der SWR hat sich für seine Studios in Karlsruhe entschieden. Fun fact, Deutschland ist eines der wenigen Länder, die die Punkte nicht immer aus ihrer Hauptstadt verkünden. Bisher wurden sie aus Frankfurt am Main, Köln, Hamburg, Berlin und Leipzig gesendet. Jetzt kommt Karlsruhe dazu.
Außerdem veranstaltet SWR 3 eine ESC Parte in Karlsruhe. In der Schwarzwaldhalle ab 19 Uhr könnt ihr den ESC aus Wien dort feiern. Moderiert wird der Abend von Basti Müller und für Unterhaltung wird DJ Josh Kochhann sorgen. Karten kosten 10 Euro.
https://tickets.swrservice.de/webshop/webticket/bestseatselect?eventId=1482
https://eurovoix.com/2026/02/17/eurovision-points-to-be-announced-from-karlsruhe/
https://www.swrticketservice.de/veranstaltungen/detail/swr3-esc-party
COSMÓ für Österreich
Österreich hat seit langer Zeit wieder einen Vorentscheid veranstaltet und ich muss sagen, na so langer Zeit war es eine toller Vorentscheid. Die Mischung von Musik und Künstler*innen war enorm und sehr kreativ. Meine Highlights waren auf jeden Fall Kayla Krystin mit dem Song “I Brenn” und Bamlak Werner, die beide mit einem tollen Song mich überzeugen konnten, aber auch eine ganz fantastische Energie auf die Bühne gebracht haben.
Gewonnen hat aber Cosmó, ein junger Burgenländer, der im Finale von The Voice Kids 2022 stand und dort super mutig “My Way” von Frank Sinatra sang. Beim österreichischen Vorentscheid überzeugte er mit einer modernen EDM Nummer auf Österreichisch, die richtig viel Spaß macht.
Die Show ansich war dann nicht so ganz mein Ding. Als in den 2010ern die Jurys im Studio eingeführt wurden, die zwar Kommentieren, aber keine entscheidende Stimme im Prozess hatten, war das damals ein positiver Gegensatz zu den Kommentaren bei DSDS und Co. Heutzutage verlangsamen die Kommentare nach jedem Beitrag den Fluss der Show enorm. Daher kam mir der österreichische Vorentscheid teilweise als sehr langsam vor. Die Quote mit 20% für die Show und 30% Marktanteil für die Ergebnisverkündung auf ORF1 finde ich allerdings ermutigend.
https://youtu.be/SPpL_ZuRTZY?si=j8L3QIlMnGR3YWQ0
https://de.wikipedia.org/wiki/Benjamin_Gedeon
Mehr Barrierefreiheit in Wien zum ESC
Der ESC möchte nicht nur auf intellektueller Ebene eine inklusive Veranstaltung sein, sondern auch in physischer Form. Bei der Veranstaltung selbst sollen nicht nur Musikdarbietung in internationalen Gebärdensprache die Show erfahrbarer machen, sondern auch über Vibrationswesten und einer speziellen App, die Untertitel, Audiobeschreibungen und die ISL-Darbietung beinhaltet.
Alle weiteren Veranstaltungsorte sollen so barrierefrei wie möglich sein. Blinden und gehörlosen Besucher*innen steht auch hier die Accessify App zur Verfügung. Auch hier soll es Vibrationswesten geben, die an Besucher*innen mit eingeschränkter oder komplett ohne Hörfähigkeiten verteilt werden. Diese Westen sollen es ihnen ermöglichen, den Klang der Musik über den Körper zu spüren.
Zusätzlich gibt es weitere Serviceleistungen für Menschen mit Behinderung und auch Schulungen und Informationsstände zum Thema Inklusion.
Die neun Gebärdensprachdolmetscher, die in einem Casting ausgewählt wurden, arbeiten sehr eng mit den Delegationen zusammen, um dann im April die Übersetzungen für die Shows vorproduzieren. Ich bin schon echt gespannt, wie diese aussehen werden.
https://www.eurovision.com/stories/increased-accessibility-vienna-2026
ÖBB dekoriert eine ganze Lok im ESC Look
Ich bin ja ein kleiner Eisenbahnnerd und freue mich auch immer über neue Dekorationen auf Lokomotiven. Oft wird da entweder für Produkte einer Bahngesellschaft, Destinationen oder schlicht für Produkte Werbung gemacht. Die ÖBB ließ es sich also nicht nehmen, eine Eurosprinter Lok mit der Nummer 1116-203-1 im aktuellen ESC Design zu dekorieren und auf den ESC in Wien hinzuweisen. Wer die Lok mal live sehen möchte, der kann ihren Standort auf der Lokfinder Seite der ÖBB finden.
https://lokfinder.oebb.at/#oebb-lokfinder-songcontest
https://eurovoix.com/2026/02/18/obb-unveil-eurovision-branded-locomotive/
Neues ESC Merch
Für ESC Fans sind die Kleidungsoptionen unendlich. Glitzer, bunt, wild, alles geht. Beim offiziellen Merch kommt es immer auf das Design der Saison an. Buntes Design sorgt oft für ein buntes Merch, wenn das ESC Design eher einfarbig ist, sind die Klamotten auch eher dezent.
So einen Jahrgang haben wir dieses Mal auch wieder. Allerdings muss ich sagen, der neue Schriftzug gefällt mir auf den Shirts dann doch ganz gut. Es hat ein wenig einen Retrocharm. Meine Highlights sind das Fussball Shirt mit einem tollen Farbverlauf und die Zip Hoodies mit dem Outline Eurovision Schriftzug.
https://www.eurovision.com/stories/eurovision-new-shop-launch
Eurovision Tour – Wie gewonnen so zerronnen
In der letzten Episode haben wir es auch groß angekündigt, ohne aber die Preise zu kennen. Ich muss sagen, dass ich beim Anblick der Preise auch erstmal vom Stuhl gerutscht bin. Es gab keine Tickets unter 60 Euro. Sonst gibt es auch Sitze im niedrigen 50er oder gar 40er Bereich, gerne mal unterm Dach. Bei dieser Veranstaltung leider so gar nicht.
https://www.bbc.com/news/articles/c86ywjdwnzxo
Italien, Portugal, Finnland – Event steht im Vordergrund
SanRemo: Siegeract darf ablehnen, zum ESC zu fahren. Seit 2026 auch Portugal und Finnland. Man bleibt beim Wettbewerb dabei, die Veranstaltung wird aber ein wenig „erwachsener“ und eigenständiger. So können Acts teilnehmen, ohne sich direkt zu positionieren. Politisch schwierige Zeiten.