Endlich wieder Eurovision

Endlich wieder Eurovision! Vorentscheidungen ohne Ende und die ersten Supersamstage werfen auch schon ihre Schatten voraus. Das Fieber hat die ESC Schnacker wieder gepackt und es geht ab sofort in die Vollen! Heute auf der Liste: Litauen, Norwegen und Frankreich.

Alle aktuellen Infos zum deutschen Beitrag – so far

Es ist ja grundsätzlich schon eine gute Idee, die Podcastvariante von ESC Update von NDR Blue im Podcatcher zu haben. Wir hören den beiden ESC-Enthusiasten gerne zu. Aber inzwischen ist es auch offenbar auch die einzige Möglichkeit, um an weitere Infos zum Ablauf der Auswahl des deutschen Beitrags 2021 zu kommen. Im Mailverteiler war nämlich nix. Aber Alexandra Wolfslast war im Dezember bei den Herren Mohr und Stober zu Gast und hat ein wenig erzählt, was gerade so läuft.

Seit Dezember letzten Jahres ist sie ja nun allein als Head of Delegation für den ESC beim NDR zuständig, Thomas Schreiber geht zur ARD Degeto und Christian Blenker als Studioleiter nach Stockholm.

Kurz zusammengefasst

Wie 2019/2020 gibt es die 20köpfige Experten- und die 100-köpfige ESC-Jury. Gemeinsam mit Digame wurden die Bewerbungen gesichtet. Alexandra Wolfslast sprach von ca. 300 Beiträgen plus ca.70-80, die in Songschreiber-Camps entstanden sind. Ben Dolic war nicht automatisch gesetzt und hat am 16. November bei Instagram veröffentlicht, dass er die Eurovision-Reise nicht mehr weiter mitmacht.

Sie erzählte von einem Songwritingcampbesuch in Malmö, davon, dass alle Künstler, auch wenn sie nicht gewinnen, sofort wieder dabei wären. Die Stimmung war wohl wirklich gut. Offenbar lief der Auswahlprozess mit Verdichtung, also irgendwann nur noch 30, nur noch 20, nur noch 10 im Rennen. Auf die Frage, wann es denn losgehen soll, sagte sie im Dezember etwas von „in den nächsten Tagen“. Tja. Ist jetzt schon Februar.
Blackbox-Verfahren hat den Vorteil: „Es gibt keine Verlierer.“

Die gute Nachricht: Das Staging soll unbedingt mehr Aufmerksamkeit erhalten. Das betonen wir ja nun seit Jahren. Wir fühlen uns bestätigt.

https://www.eurovision.de/news/ESC-2021-Jurys-entscheiden-ueber-deutschen-Teilnehmer,deutschland1576.html

https://www.eurovision.de/news/ESC-2021-Ben-Dolic-tritt-nicht-an,deutschland1604.html

https://www.ndr.de/ndrblue/podcast4934.html

Keine Sendung von der Reeperbahn

Das ist schon seit dem Sommer 2020 bekannt, aber noch einmal zur Erinnerung: Es wird 2021 keine Sendung von der Reeperbahn mit Barbara Schöneberger geben. Und diese Entscheidung war wohl gar nicht primär der „Situation“ geschuldet, sondern der Tatsache, dass der NDR nicht weniger als 300 Mio. einsparen muss.

Laut Christian Blenkers Aussage vom Juli spart der Verzicht auf die Show an der Reeperbahn eine gute sechsstellige Summe ein. Wir würden uns aber wünschen, dass zumindest irgendetwas outdoor passiert, wenn Babsi die Punkte übermittelt. Wir könnten uns vorstellen, dass der NDR einfach einen großen Satz Strandkörbe anmietet und dann schön im Sonnenuntergang eine entspannte Punktevergabe durchzieht.

Nichts genaues weiß man nicht – Home Office bei der Crew

Wir haben euch in der letzten Folge ja schon die vier verschiedenen möglichen Szenarien vorgestellt. Aber so ein Event plant man ja nicht in 3 Wochen. Um mal ein wenig hinter die Kulissen blicken zu lassen, nimmt uns die EBU mit in die HomeOffices der Mitarbeiter:innen. Unter der Überschrift „Producing Eurovision 2021“ werden jetzt regelmäßig Interviews veröffentlicht. Den Anfang machen Stage Producer, Karsten Stouten and Executive Producer, Astrid Dutrenit. Sie erzählen von ihren Arbeitsabläufen, zeigen ihre Arbeitsplätze auf Fotos und erzählen dabei nebenbei davon, was bei ihnen gerade so passiert.

https://eurovision.tv/story/producing-eurovision-2021-home-office-edition

Eurovision Again – the semifinal second round

Wir berichten hier ja gern über die Show „Eurovision Again“, deshalb wollen wir natürlich auch der Chronistenpflicht Genüge tun und über die letzte Sendung berichten. Zur Erinnerung: Aufgrund von zu vielen interessierten Teilnehmerländern müssen viele durchs Halbfinale und so manche ESC-Enthusiastin sieht ihre Favouriten plötzlich nicht ins Finale einziehen. Das macht natürlich nix, weil die dann einfach in die Spotify-Liste wandern, aber für die ganz große Show und Aufmerksamkeit ist es wirklich schade.

Das haben sich auch die Macher von Eurovision Again gedacht und daher eine Show organisiert mit 26 Titeln, die zu Recht noch einmal aufs große Tableau kommen sollten. Sagen wir mal so: Nicht alles ist gut gealtert. Aber Kate Ryan hat uns wieder Spaß gemacht.

Die Top Drei der Show

Platz 3: Finland – Norma John – Blackbird (2017)
Platz 2: Switzerland – ZiBBZ – Stones (2018)
Platz 1: Iceland – Greta Salóme – Hear Them Calling (2016)

https://eurovision.tv/story/this-was-the-eurovision-again-semi-final-special

Kampagne: EBU soll Belarus nicht teilnehmen lassen

Es wird doch noch einmal politisch, und das zu Recht. Auf ESCextra wird berichtet, dass die „Belarusian Foundation for Cultural Solidarity“ eine Kampagne gegen den belorussischen Broadcaster BT durchführt.

The Foundation recently contacted the EBU urging the organization to remove the country from the upcoming Eurovision Song Contest. Specifically, the Foundation has requested that the country is not only removed from the competition, but also have its broadcasting rights and membership from the Union revoked. In a post, the founder of the Foundation, explained that they do not want Eurovision removed from Belarus but rather the broadcaster itself to have no association with the event. He added that they are aiming to prevent BTRC from participating in the upcoming EBU meeting in Rotterdam.

“BT today is not a media broadcaster, but an instrument of political pressure and propaganda”

Sergei Budkin

Laut ESCextra There has been major support for the campaigh from the public. Specifically, a flash mob in support of the campaign took place. In addition, the campaign has already started taking over social media as well, with people using the hashtag #stopBT.

The Belarusian broadcaster already sparked controversy within the Eurovision community following the decision to not have VAL to return for Eurovision 2021. According to the broadcaster, this was based on the “non conformist” attitudes by VAL towards the Belarusian president.

If the EBU eventually decides on the removal of Belarus, it won’t be the first event to apply restrictions the country. Earlier, the IIHF Council decided that the country would not be hosting the upcoming Ice Hockey World Championship.

https://escxtra.com/2021/01/23/campaign-urges-ebu-to-remove-belarus-from-eurovision-2021/

ESC-Jubiläen 2021

Es folgt ein Blick zurück. Marcel Stober vom NDR, genauer gesagt von ESC Update auf NDR Blue hat sich mal die wichtigsten Sachen aus ESC vor 5, vor 10, vor 15 Jahren und noch weiter zurück vorgenommen und erinnert an einige Ereignisse, die für ein Lächeln sorgen wie „LoveLovePeacePeace“ für fünf Jahren und dem ESC 2011 in Düsseldorf.

Aber auch an einige, an die man wahrscheinlich nicht mehr zurückdenken will, wie Leons „Planet of Blue“, mit dem wir vor 25 Jahren tatsächlich aus dem Wettbewerb ausgeladen wurden. Da denken wir doch lieber an die einzige belgische Gewinnerin Sandra Kim mit „J´aime la vie“, die vor 35 Jahren gerade mal 13 Jahre alt war.

https://www.eurovision.de/news/ESC-Jubilaeen-2021-Love-Peace-und-Udo-Juergens,jahresvorschau116.html

Litauen

Nach dem großen Erfolg von 2020 hält die litauische Rundfunkanstalt Lietuvos nacionalinis radijas ir televizija (LRT) an dem Format vom Vorjahr fest. In diesem Jahr besteht der Vorentscheid, anders als im Vorjahr, aus insgesamt vier Sendungen. Zwei Heats, einem Halbfinalen und einem Finale. Erneut werden alle Ergebnisse zu 50 % per Juryvoting und zu 50 % per Televoting bestimmt. Die Erträge, die von der Gebühr der Zuschauerabstimmung kommen, sollen für den späteren Bühnenauftritt in Rotterdam genutzt werden.

Vom 28. Oktober 2020 bis zum 14. Dezember 2020 konnten Beiträge bei LRT eingereicht werden. Da von 2021 an auch beim ESC vom Band abgespielter Hintergrundgesang genutzt werden kann, darf dies nun auch bei der litauischen Vorentscheidung angewendet werden.

Heat 1 wurde am 12. Januar 2021 aufgenommen und am 16. Januar 2021 um 21:00 Uhr (EET) ausgestrahlt. Fünf Interpreten qualifizierten sich für das Halbfinale.

Heat 2 wurde am 19. Januar 2021 aufgenommen und am 23. Januar 2021 um 21:00 Uhr (EET) ausgestrahlt. Fünf Interpreten qualifizierten sich für das Halbfinale.

Also von 20 zu 10 für das Halbfinale am 30.01.
Hier kamen 5 Titel weiter:
Gebrasy – Where’d You Wanna Go?
Evita Cololo – Be Paslapčių
Voldemars Petersons – Never Fall For You Again
Martyna – Thank You very much
Titas & Benas – No

Finale am 06.02. – The Roop mit „Discotheque“ sind automatisch für das Finale qualifiziert.

Norwegen

Norwegens NRK MGP verwöhnt uns seit 3 Wochen schon mit Vorentscheidungsshows. Jeweils vier Künstler:innen treten in je 2 Duellen gegeneinander an und entscheiden dann in einem „Gold-Duell“ die Sieger:in der jeweiligen Show. Zwei weitere Duelle wird es an den nächsten Samstagen jeweils um 19:50 Uhr geben, so dass wir 5 Teilnehmende aus den Entscheidungsshows im Finale sehen werden.

Neu dazu gekommen ist eine sechste Show, die eine letzte Chance für alle bieten wird, die sich in den anderen Sendungen nicht qualifizieren konnten. Am 15. Februar wird also das letzte Ticket für das NRK MGP Finale vergeben.

Bereits gesetzt sind KEiiNO, die wir vom Eurovision Song Contest 2019 kennen. Sie haben sich mit dem neuen Song „Monument“ präsentiert und der klingt genauso, wie er heißt: Monumental.

Das erste Highlight der ersten Show war ganz klar Blåsemafian feat. Hazel, eine Bläsertruppe mit einem grandiosen Namen und mit dem Song „Let Loose“, der einfach Spaß macht. Zu Recht im Finale.

Bereits für das Finale gesetzt ist Tix, der seinen unspektakulären Song spektakulär inszeniert. Engelsflügel, die selbst Lucifer Morningstar neidisch machen würden.

In der zweiten Entscheidungshow stahl Raylee mit ihrem 1:1 aus den 80ern entstammenden Song „Hero“ allen die Show. Ihr Auftritt unterstrich in totaler Schamlosigkeit, dass die 80er zurück sind, in dem sie Flashdance zurück auf die Bühne brachte.

Etwas, um die Laune zu heben hatte die junge Künstlerin Dinaye in der dritten Show vom letzten Samstag im Gepäck. Ihr Song „Own Yourself“ war live weniger überzeugend, aber das produzierte Video dazu ist unglaublich herzlich und schön.

Gewonnen hat aber Emmy mit dem Song „Witch Woods“, eine freche, junge und explizit weibliche Nummer.

https://de.wikipedia.org/wiki/Melodi_Grand_Prix_2021

Frankreich

Eine tolle Show, die wirklich 12 unterschiedliche Beiträge zu bieten hatte. Kurzweilig unterhaltsam führten die beiden Moderator:innen durch den Abend und das Konzept des französischen Vorentscheid ging voll auf. Anstelle von langen Nummern und Gastbeiträgen gab es kurze Happen und Medleys der Gäste, so dass der Fokus auf den Künstler:innen lag, die für Frankreich zum ESC wollten.

Ebenfalls hat uns das Konzept gefallen, dass jedes Jury Mitglied sein Voting live im TV offenlegen musste, was für einen großen Schwung an Transparenz und auch für etwas Spannung sorgte.

Gewonnen hat ein Chanson, wie er klassischer hätte nicht sein können. Angefüllt mit Emotionen und Leidenschaft, wenn man Christophs Meinung folgt, altbacken, wenn man Daniela folgt. Für die nächsten Kontroversen im Songcheck sind mit „Voila“ gesungen von Barbara Pravi, gesorgt.

Danielas Favoritin war Philippine, die den Song „Bah non“ kraftvoll, zornig und emotional überzeugend sang.

Die zweite Ballade des Abends sang Juliette Moraine, „Pourvu qu’on m’aime“, ebenfalls ein klassischer Chanson. Damit hatte es sich aber mit den Balladen, der Abend war geprägt von fröhlichen, positiven Nummern.

Besonders positiv war, dass der Abend durch die vielen starken Frauen unter den Teilnehmenden eine große Bühne bekamen. Während die Herren der Schöpfung eher seicht und unscheinbar waren, abgesehen von Ali, überzeugten die weiblichen Künstlerinnen durch starke Beiträge und überzeugten gesanglich und musikalisch. Auch LMK, leider nur durch die Jury ins Goldene Finale gerückt, zeigte, wie hochwertig AC Radiosongs sein können.

Für Daniela war natürlich das Medley von Amir, dem Jury Präsidenten, der Höhepunkt des Abends.

Der zweite Invall war aber auch wunderschön, denn die junge Sängerin Valentina, die vor ein paar Wochen erst den JESC gewonnen hatte, durfte den Siegertitel, übrigens von Barbara Pravi mitgeschrieben, singen. Endgültig schmolzen die Herzen aber, obwohl die Lütte eigentlich schon längst ins Bett gehört hätte, als Valentina zusammen mit den goldenen Finalisten „Ne partez pas sans moi“ sag. Ein großartiger Intervall.

https://de.wikipedia.org/wiki/Eurovision_France,_c%E2%80%99est_vous_qui_d%C3%A9cidez

Ausblick auf die nächsten Termine

Ihr merkt: Die ESC-Saison ist im vollen Gange. Auf Eurovisionworld.com gibt es einen sehr ausführlicher Kalender, der für die Planung wirklich hilfreich ist.

Als nächstes findet am Samstag, dem 6. Februar Finale in Litauen und endlich die erste Runde des Melodifestivalen in Schweden statt. Dazu noch die vierte Show vom NRK MGP.

Am 10.2. werden dann die Beiträge für den dänischen Vorentscheid veröffentlicht, und am darauffolgenden Samstag, dem 13. Februar 2021 stehen erneut drei Sendungen an: Die fünfte Runde in Norwegen, die zweite Runde in Schweden und die Show „Dora 2021“, in der Kroatien ihren Beitrag küren werden.

https://eurovisionworld.com/eurovision/calendar

IlseDeLange bei Lets Dance

Laut Medienkuh wird die neue Staffel Lets Dance ein hochkarätiges Teilnehmerfeld haben. Mit dabei ist Ilse DeLange, die nicht nur bei den CommonLinnets war und den zweiten Platz nach Conchita Wurst holte, sondern auch den Siegertitel von 2019 mitschrieb und mit Michael Schulte „ein bisschen Frieden“ sang.

https://escxtra.com/2021/01/17/ilse-delange-lets-dance/

Podcastempfehlungen

ESC Greenroom zu den ESC Vorentscheidungen

Merci Chérie über das Teilnehmerland Luxemburg

Die aktuellen Folgen vom ESC Update vom NDR

Der ESC kompakt Podcast

Der englische ESC Podcast ESC Insight, mit einem Beitrag darüber, dass jeder ESC Song seine Fans findet.

Ein Kommentar

  1. Vielen Dank für eine mal wieder tolle Folge.
    Besonders die ausführliche Besprechung der Vorentscheide fand ich toll.
    Da ich selbst auch in diesem Jahr anfange die Vorentscheide intensiver zu schauen. Letztes Jahr habe ich mit Schweden angefangen und war so angetan das ich dieses Jahr auch mal in Norwegen reingeschaut habe und von der Show und ESC Leidenschaft total begeistert war. Die 80er Nummer ist hier mein bisheriger Favorit.
    Und von Litauen war ich auch sehr angetan, hier habe ich ein aktuelles Lieblingslied von mir entdeckt. My guy von Gabrielius Vagelis, hätte ich ohne den Vorentscheid wahrscheinlich nie entdeckt.
    Und hier bin ich gar nicht so traurig das es im Halbfinale ausgeschieden ist, sondern freu mich das Lied entdeckt zu haben. So wie ihr das auch seht mit den persönlichen Favoriten beim Vorentscheid.
    Die neue Nummer von the roop finde ich in dem Zusammenhang auch wieder mega gut.
    Die französische Vorentscheidung hab ich mir zu Beginn relativ neutral angeschaut, da ich die vorher veröffentlichen Clips eher alle so lala fand, bis auf die spätere Gewinnerin. Aber die Auftritte in der Show waren zum Teil um so vieles besser und es war wirklich eine tolle Show mit ESC Feeling. Auch wenn ich duncan laurence nicht erkannt habe. Zur Gewinnerin stimme ich Daniela vollkommen zu: Ein wunderschöner Chanson aber so dermaßen klassisch und von Frankreich erwartbar. Wenn die Live Performance am Final Abend nicht unglaublich wird, befürchte ich das es untergehen könnte.
    Ich bin auf eure Meinung zum deutschen Kandidaten gespannt, persönlich bin ich auf den Song gespannt. Aber was man so sieht, das hat Potential.
    Bis zur nächsten Folge

    Viele Grüße
    Rico

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.